Wir haben den Gin Egoist 2 getestet! Daher gibt es hier nun eine Übersicht der Zahlen und Fakten und eine super detaillierte Erklärung der Verarbeitung. Und was natürlich nicht fehlen darf:  Alles zum Fahrverhalten.

Und eines darf ich vorwegnehmen: der Kite hat uns sehr gut gefallen! 🙂

Zahlen und Fakten zum GIN Egoist 2

UVP des Herstellers: 999€ (4m) / 1149€ (6m) /1299€ (8m) /1449€ (10m) / 1599€ (12m) / 1739€ (14m)

Größen: 4 / 6 / 8 /10 /12 /14

Leinen: 4

Anzahl der Struts: 3

Zubehör im Lieferumfang: Rucksack/Repairkit

Pigtails/Leinenenden:Frontleinen mit Schlaufen / Backleinen mit Knoten

Safety: Single-Frontline Safety

Verhältnis Front/Backleinen der Original-Bar: Alle Leinen bei angepowerter Bar gleich lang.

Herstellerwebseite: www.ginkites.com

Verarbeitung

GIN hat selbst einen extrem hohen Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit! Das Label Swiss Design auf den Kites soll nicht nur auf das Land hinweisen in dem die Kites designt wurden, sondern auch für hochqualitative Produkte stehen. Ob GIN hier hält, was sie versprechen? Das zeigen wir euch jetzt mit einigen Detailbildern und Wörtern  zur Verarbeitung des Kites!

Das Flugtuch

 

Das Flugtuch vom GIN Egoist 2 ist ein Tejin T9670 Double Ripstop Tuch. Das Tuch besitzt also 2 Lastfäden. Durch diese 2 Lastfäden soll das Tuch haltbarer und stabiler sein als herkömliches Single-Ripstop Tuch. Im Kurzzeittest lassen sich natürlich Unterschiede schwer feststellen. Hier werden wir in nächster Zeit sicher nochmal eine Langzeitstudie zu verschiedenen Kitetüchern machen! Die Nähte sind alle sehr sauber verklebt und vernäht. Das größte Teil des Designs wurde auch eingenäht und nicht gedruckt!

Die Abrisskante

Die Abrisskante wurde bei Gin am Ende mit einem schmalen Dacronstreifen gedoppelt um das Tuch vor Schäden durch Flattern zu schützen! Zusätzlich setzt Gin unterhalb dieser Dopplung einen Wave Shape ein. Ein wellenförmiger Schnitt des Tuchs unterhalb der Abrisskante soll zusätzlich die Abnutzung durch Flattern verringern. Ob das im Dauereinsatz haltbarer ist als andere Verarbeitungstechniken wird sich noch zeigen! Fest steht, dass sich GIN hier Gedanken gemacht hat und keine Kosten und Mühen gescheut hat den Kite hier aufwendig zu verarbeiten!

VENTile und Onepump

Der GIN Egoist 2 besitzt nur ein Ventil zum Be- und Entlüften des Kites. Dabei handelt es sich um ein herkömmliches Schlauchbootventil. Das Ventil kann mit dem breiten Aufsatz der Pumpe aufgepumpt werden und zum Entlüften wird das gesamte Ventil herausgedreht. Schließt man das Ventil recht fest, fanden wir, dass es sich manchmal, besonders mit kalten Fingern, schlecht greifen lässt, um es aufzudrehen. Um das Ventil vor Dreck zu schützen und das umliegende Tuch vor Schäden durch das harte Plastik hat Gin eine kleine Neoprenmütze für das Ventil angenäht. Das Onepumpsystem funktioniert sehr einfach und macht einen soliden Eindruck.

Verarbeitung der Fronttube

Die Fronttube des GIN Egoist 2 ist nicht nur aufwendig bedruckt sondern auch extrem verstärkt. Die Fronttubenaht wurde innen gedoppelt und mit einem zusätzlichen Saumband versehen! Außerdem wurde der Übergang  jedes einzelnen Fronttubesegements aufwendig verstärkt! Auch hier wurden keine Kosten und Mühen gescheut um ein wirklich extrem haltbares Produkt zu designen.

Anknüpfpunkte

Auch die Anknüpfpunkte der Waageleinen sind beim Egoist 2 extrem verstärkt. Die Punkte sind kreuzweise vernäht, von Innen verstärkt und zusätzlich mit einem Patch geschützt. Auch hier hat man sich wieder wahnsinnig viel Mühe gegeben!

Umlenkrollen

Umlenkrollen hat der Gin Egoist 2 Stück. Allerdings sind es keine Umlenkrollen, sondern sogenannte Low Friction Rings! Vorteil dieser Ringe ist es, dass diese für extrem geringen Abrieb der Leinen sorgen. Sie können trotz Sand und Salz nicht festsitzen und diese Ringe haben noch einen weiteren Vorteil. Bricht dieser Ring reißt nicht die komlette Wagekonstruktion auseinander, sondern die Leine fängt sich in der anderen Leine durch die Schlinge selbst auf. Das weckt Vertrauen!

Verbindung der Tubes zum Flugtuch

Auch hier hat sich Gin etwas einfallen lassen, was jedes Segelmacherherz höher schlagen lässt und auch den Fahrer freut 🙂 Die Struts sind nicht nur einfach an das Tuch angenäht sondern es wurde ein richtig breiter Dacronstreifen auf beiden seiten der Strut angebracht, der unten zur Fronttube immer breiter wird! So kann der Kite im Falle des Falles deutlich schwieriger bis ganz an die Strut reißen. Das macht eine Reparatur deutlich einfacher und somit auch preiswerter. Hier hat also jemand wirklich mitgedacht! Der breiter werdende Streifen zur Fronttube schützt auch die empfindlich gespannten Stellen beim Tubekite extrem gut. Hier bekommen andere Modelle durch Reibung usw. oft Löcher vom Onepumpsystem. Das kann beim GIN auf keinen Fall passieren!

Die Strutoberseite (hier liegt der Kite z.B. hin und wieder beim Aufpumpen drauf) ist hier auch großzügig mit einem Protektor versehen worden!

Strutenden

 

Die Strutenden wurden großzügig mit Kevlar verstärkt. Außerdem befindet sich auf der Außenseite noch ein halbkreisförmiger Patch. So kann der Kite, selbst wenn ihn extrem grobe Kiter beim Tragen über den Boden schleifen, nicht abnutzen. An jeder Strut gibt es außerdem Leinenabweiser. So können sich die Waageleinen nicht an den Strutenden verhängen. Das vermeidet natürlich gefährliche Situationen!

Verstärkung der Struts

Die Struts wurden mit einem extrem langen Gurtband auf der Innenseite zusätzlich verstärkt. Diese Stelle muss extrem viel Kraft aufnehmen. Besonders wenn der Kite viel am Strand liegt und die Struts knicken. Hier wurde das ganze gut stabilisiert um Abnutzung vorzubeugen!

Zusätzliche Verstärkungen des Flugtuchs

Fronttubes haben leider viele Nähte und das Flugtuch ist immer direkt an der Fronttube angenäht. Son kann es dazu kommen, dass in manchen Situationen das Flugtuch an Fronttubenähten scheuern kann. Um hier Abrieb oder Schäden vorzubeuegen wurden alle Stellen, an denen eine Fronttubenaht am Tuch reiben kann zusätzlich verstärkt. Das haben wir so noch nicht häufig gesehen! Spricht aber wieder dafür, dass GIN extrem viel Wert auf Haltbarkeit legt.

Griff an der Fronttube

Lustige Idee und könnte von uns aus gesehen gerne Standard werden. Der Tragegriff in der Mitte der Fronttube ist echt mega praktisch!

Rescue Handles

Handles links und rechts an der Fronttube ermöglichen das mühelose festhalten des Kites bei einer Selfrescue! Wir hoffen, dass man das nicht zu oft braucht….. Aber im Falle des Falles sicher nicht verkehrt!

Einstellmöglichkeiten

Der Egoist bietet 3 verschieden Settings für die Drehgeschwindigkeit. So kann man den Schirm individuell an seine Vorlieben anpassen!

Fahreigenschaften

  • Erster Eindruck:   Nachdem wir jetzt so viel über die Verarbeitung geschrieben haben, kommen wir jetzt zu den Flugeigenschaften. Der GIN Egoist ist unserer Meinung nach ein sehr ausgewogener Freeridekite mit guten Wave-Ambitionen! Sofort nach dem Start fällt einem das sehr weiche und angenehme Bargefühl auf. Man hat das Gefühl man könnte stundenlang mit dem Schirm Kiten ohne müde zu werden. Trotz des weichen Bargefühls ist die Rückmeldung an der Bar sehr gut und man spürt jederzeit wo der Schirm steht.

 

  • Depower: Durch die relativ dünne Fronttube zieht der Kite extrem weit an den Windfensterrand und ermöglicht kinderleichtes Höhelaufen. Das macht den Schirm auch besonders zum foilen interessant, da er hier wirklich extreme Amwind-Winkel ermöglicht!

 

  • Lowend: Das Lowend liegt in der oberen Mittelklasse. Klar kommt der Schirm hier aufgrund der geringern Streckung nicht mit den High-Performance Kites der Freeride-Klasse mit. Trotzdem ist das Lowend sehr gut und mit 1-2 Sinusbewegungen lässt sich extrem viel herausholen und die Strömung liegt extrem Schnell an!

 

  • Depower/Highend: Durch die relativ dünne Fronttube zieht der Kite extrem weit an den Windfensterrand. Das macht das Highend des Egoist 2 ist wirklich fantastisch. Über die Boarkante lässt sich der Schirm zusätzlich zur extrem hohen Depower noch extrem gut ausbremsen.

 

  • Drehverhalten: Das Drehverhalten des Egoist ist auch im oberen mittleren Bereich einzuordnen. Die Radien vollzieht der Egoist relativ eng. Er lässt sich aber auch quasi auf dem Punkt tellern,wenn man möchte. Insgesamt ist die Drehgeschwindigkeit nicht überfordernd aber schnell genug um gerade bei den kleinen Größen auch einen problemlosen Einsatz in der Welle zu ermöglichen.

 

  • Stabilität: Der Schirm steht wirklich super stabil am Himmel, zappelt nicht und kennt keinen Frontstall oder ähnliches. Die Kappe flattert für einen 3-Strutter extrem wenig!

 

  • Relaunch: Der Relaunch beim Egoist ist wirklich kinderleicht. Durch das ziehen einer Steuerleine startet er problemlos wieder!

 

  • Höhelaufen: Durch die relativ dünne Fronttube zieht der Kite extrem weit an den Windfensterrand und ermöglicht kinderleichtes Höhelaufen. Das macht den Schirm auch besonders zum foilen interessant, da er hier wirklich extreme Amwind-Winkel ermöglicht!

 

  • Safety: Der Schirm löst an der GIN & Tonic Bar V3 über eine Frontleine aus und stürzt drucklos ab! Das funktioniert ohne Probleme!

 

  • Lift: Der Lift vom Egoist ist durchweg gut und einfach abzurufen und es lassen sich sehr konstant ansehnliche Höhen erreichen.

 

  • Hangtime: Die Hangtime vom Egoist ist auch gut, jedoch nicht vergleichbar mit High Performance Freeridekite. Dazu fehlt dem Egoist einfach die Streckung. Hier sind wir absolut im mittleren Bereich.

 

  • Freestyleeignung: Selbstverständlich lässt sich mit dem Egoist auch Freestylen, jedoch ist das definitiv der Bereich wofür er am wenigsten gebaut wurde. Da gibt es im Hause von GIN mit dem Cannibal einen deutlich stärkeren Kandidaten! Der Pop ist in Ordnung, jedoch zieht der Kite ziemlich schnell an den Windfensterrand beim Ankanten. Dadurch fällt der Pop weniger stark aus. Slack ist tatsächlich sogar ein wenig vorhanden! Klingt jetzt dramatischer als es ist. Der Kite eignet sich auf jeden Fall um die ersten Unhooked-Manöver zu erlernen. Wer sich jedoch als reinrassiger Freestyler bezeichnet wird mit dem Schirm nicht so glücklich.

 

  • Waveeignung: Für die Welle eignen sich besonders die kleinen Größen wunderbar! Sie schweben sehr schön mit, stehen extrem stabil am Himmel und haben eine super Depower! Auch das Drehverhalten ist super angenehm! Sollte mal was schiefgehen ist der Kite auch extrem robust und schnell wieder gestartet!

 

  • Sonstiges: Durch die dünne Fronttube mag es der Schirm mit ordentlich Druck aufgepumpt zu werden. Dazu hilft auch der mitgelieferte Pumpenadapter!

 

 

Fazit:

Der Gin Egoist 2 eignet sich hervorragend für Einsteiger und Freerider. Er zeigt in allen Einsatzbereichen gute Leistungen. Lediglich im Unhooked-Freestyle muss man leichte abstriche machen.Besonders für Freerider, die Wave-Ambitionen haben ist der Kite auf jeden Fall einen Test wert! Hier gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung für Einsteiger,Freerider und Wave-Kiter! Die Verarbeitung ist absolut gigantisch und man hat sich echt extrem viel Mühe gegeben. Hier kann man sich echt auf den Kite verlassen und wir haben selten so gut verarbeitete Kites gesehen!

GIN EGOIST 2 PRODUKTVIDEO