1. Zum Kitesurfen braucht man viel Kraft

Natürlich ist Kiten eine extremere Sportart. Trotzdem ist sie auch super gut für zb Mädels geeignet, denn so viel Kraft braucht man gar nicht. Es ist keineswegs zu vergleichen mit Wakeboarden oder Windsurfen. Beim Wakeboarden trägst du den ganzen Zug mit deinen Armen, beim Kiten überträgt sich die Power über das Trapez auf deinen Körper. Daher ist es weit weniger anstrengend als man denkt. Man kann wirklich stundenlang Kiteboarden. Kraftraubender wird es natürlich, wenn man anfängt Tricks zu üben und vorallem ‘unhooked’ unterwegs ist. Aber da braucht man sich am Anfang keine Gedanken drum machen. Kiten ist wirklich bis ins hohe Alter möglich. Auch für Frauen ist das Handling eines Kites kein Problem, da es definitiv mehr Technik und Bargefühl als Kraft bedarf. Wenn ich mich an meine Windsurfanfänge erinnere, wo ich jedes Mal Blasen an den Händen hatte vom Segel raufziehen und mein Material damals gar nicht alleine an den Strand tragen konnte, dann kann ich euch definitiv erleichtern: mit der leichten Kitesurfausrüstung ist das wesentlich entspannter.

2. Kitesurfen ist sehr gefährlich

Das habe ich tatsächlich auch so lange gedacht, bis ich selbst einen Kurs gemacht habe und mich angefangen habe mit der Materie und Theorie zu beschäftigen. In dem Text ‘Wie ich zum Kiten kam‘ habe ich euch ja schon mitgeteilt, dass mein Vater da eine sehr treibende Kraft war. Als er 2006 mit dem Kitesurfen angefangen hatte, hatte ich Angst um ihn. Damals war das auch alles noch ein bisschen anders, da Kitesurfen auch noch eine unglaublich junge und neue Sportart war. Inzwischen ist Kiten meiner Meinung nach, nicht unbedingt gefährlicher als andere Outdoorsportarten, wenn man seinen gesunden Menschenverstand einsetzt und notwendige Vorkehrungen trifft. Wenn man keinen Kurs besucht hat und nicht weiß was man tut, dann entstehen gefährliche Situationen natürlich viel leichter. Man darf sich einfach nicht selbst überschätzen und vorallem den Wind und das Wasser nicht unterschätzen. Es gibt einfach Tage an denen der Wind zu stark ist und man sich dann eingestehen muss, dass es besser ist nicht mehr mit nem 6er Kite rauszugehen, der vollkommen überpowert ist.

Grundsätzlich gilt einfach:

Geh nie alleine Kiten! Sag immer Leuten Bescheid, wenn du am Wasser bist und was du vor hast. 

Besuche auf jeden Fall einen Kitesurfkurs und beachte die dort erlernten Sicherheitsvorkehrungen.

Geh nicht kiten, wenn du dich unsicher fühlst, wenn es zu stürmisch ist, der Wind zu böig oder unzuverlässig. 

Wähle dein Revier mit Bedacht aus. Informiere dich vorher über Gefahrenstellen an Land und im Wasser. 

Sei bereit dich im Notfall von deinem Material zu trennen. Kaputtes Material kann ersetzt und wieder gekauft werden.

Wir werden euch noch einen genaueren Beitrag zu dem Thema schreiben, aber wir können auf jeden Fall sagen, dass Kitesurfen mit gesundem Menschenverstand in einem guten Revier mit relativ wenig Risiko ausgeführt werden kann.

3. Ich brauche keinen Kurs

Doch doch doch! Leute bitte macht einen Kurs! Kiten ist nur dann nicht so gefährlich, wenn man weiß was man tut. Wenn ihr Vorerfahrungen durchs Windsurfen, Wakeboarden, Snowboarden etc habt, dann ist das auf jeden Fall vorteilhaft, aber ihr müsst trotzdem noch lernen wie der Kite fliegt. Kitekontrolle ist das Wichtigste. Das Beste was ihr vor einem Kurs machen könnt, ist euch eine Trainermatte zuzulegen und auf ner freien Fläche zu üben. Jede Stunde an einem Trainerkite bringt einen voran und im späteren Kurs schneller aufs Board.  Es ist absolut keine gute Idee einen alten Kite auf Ebay zu kaufen, den irgendwie anzuknüpfen und am Strand in die Luft zu werfen und zu denken, man kriegt das schon irgendwie hin. Der Kite wird durch die Powerzone fliegen und dadurch eine gewaltige Kraft entfalten. Ihr gefährdet damit nicht nur euch selbst, sondern auch alle anderen Menschen in der Umgebung. Bedenkt: die Kiteleinen sind teils 24 m lang und haben unter Spannung genug Kraft schwere Verletzungen hervorzurufen. In einer guten Kiteschule lernt ihr auf was ihr genau achten könnt, um den Sport sicher auszuführen. Tut euch und allen anderen Kitern und Menschen am Spot den Gefallen und lernt die Grundlagen vernünftig in einer Kiteschule. Das ist obligatorisch – keine Ausreden und Ausnahmen.

4.Trainer Kite? Ich brauche keinen trainerkite

Zugegeben ich hatte früher auch keinen Trainerkite, weil ich gar nicht daran gedacht habe. Seit ich Alex kenne und auch selbst eine erfahrenere Kiteboarderin bin, kann ich euch sagen: der Kauf eines Trainerkites ist das intelligenteste, was ihr vor einem Kurs machen könnt. Du lernst so viel was das Kitehandling betrifft und wirst dich direkt wohler fühlen an der Bar. Je besser du mit einem Kite umgehen kannst, desto leichter und schneller kommst du auch aufs Board. Denk dran, ein Kitekurs kostet schon etwas an Euronen und dort dann zu lernen, wie man einen kleinen Drachen fliegt, das kannst du genauso gut zuhause machen. Kaufe dir einen Trainerkite oder miete ihn bei Salty Storms. Kiteinstructor lassen dich meistens auch mit einem Trainerkite anfangen zu üben, wenn das einigermaßen klappt, dann kommt der nächste Schritt. Doch nach der kurzen Zeit am Trainerkite bist du noch kein Meister. Man schafft es vielleicht den Schirm am Himmel zu halten, aber man hat noch kein Gefühl dafür. Dann wird schon auf dem Wasser mit einem Tubekite weitergeübt. Doch nach so kurzer Zeit ist man noch sehr unsicher am Kite.   Kannst du den Kite fliegen lassen, mit einer Hand, während dem Laufen, rückwärts oder mit geschlossenen Augen? Kannst du dich hinsetzen und aufstehen, während du den Kite in der Luft kontrollierst? Das sind Fähigkeiten, die erlernt werden müssen und zwar recht schnell ( da man meist nur 3 Tage Kurs hat). Man kann es also auf die härtere Tour lernen oder man übt einfach vorab mit einer kleinen Matte und geht viel entspannter in den Kurs und aufs Wasser.  Je mehr Zeit du mit dem Trainerkite verbringst, desto besser wirst du sein! 

5. nach meinem ersten kurs kann ich schon springen

Oh ja das wäre schön! Mit der Einstellung bin ich auch in meinen Anfängerkurs gegangen. Als es darum ging die Frage zu beantworten, was man nach den paar Tagen können möchte, wollte ich schon besser als mein Vater sein und springen können 😀 Naja hochgesteckte Ziele sind ja nicht immer schlecht, aber ihr müsst euch schon drauf einstellen, dass es wahrscheinlich etwas länger dauert, um aufs Board und ins Fahren zu kommen. Das ist natürlich immer auch von der Vorerfahrung (zum Beispiel am Trainerkite) und den Bedingungen abhängig. Kitesurfmaterial wird aber immer besser und es geht auch immer schneller zu lernen, da (Anfänger)Kites immer schneller relaunchen (wieder aus dem Wasser starten) und eine gute Depower haben. Wenn ihr optimale Bedingungen habt, dann kommt ihr auf jeden Fall fixer ins Fahren. Trotzdem solltet ihr ein paar Tage und Sessions mental einplanen und nicht ärgern, wenn es nicht am ersten Tag schon klappt. Das ist ähnlich wie Einradfahren lernen (nur natürlich noch komplexer) und braucht einfach seine Übungszeit.

So das waren erstmal 5 Mythen übers Kitesurfen bzw eben einfach Aussagen zu denen wir ein paar Antworten haben.

Aus dieser Reihe wird es immer wieder Posts geben, also stay tuned…. 🙂